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Wann Metall sägen – wann flexen? 

Es gibt verschiedene Wege ein Stück Metall auf eine geforderte Länge zu kürzen. Wie dies in der Praxis gemacht wird, hängt insbesondere von der Form, Art und Qualität des Metalls ab. Dünner Baustahl oder Rundeisen lassen sich gut mit einem Bolzenschneider bearbeiten. Bei massiven Werkstücken ist schwereres Gerät gefragt. Eine Flex oder die Säge sind dann fast immer das Werkzeug der Wahl. Mitunter hilft aber nur noch der Schneidbrenner, wenn es besonders groß wird. Im Hobbybereich wird allerdings zumeist gesägt oder geflext. Welche Vorzüge und Nachteile beide Methoden haben und wann welche ausgewählt werden sollte, erkläre ich dir in diesem Heimwerker-Report.

Metall Sägen

Um Metall zu kürzen gibt es verschiedene Wege. Die häufigsten sind dabei das Sägen oder Flexen. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile und sollten in bestimmten Situationen verwendet werden.

 

Was beim Zerspanen von Metall zu beachten ist

Es sind mehrere Faktoren, die beim Kürzen oder Zuschneiden von Metallteilen zu beachten sind. Du solltest anhand der Wichtigkeit dieser Faktoren mit Sinn und Verstand das richtige Werkzeug auswählen.

Die Materialstärke entscheidet über Säge oder Winkelschleifer

Ein sehr wichtiger Faktor beim Kürzen oder Zuschneiden von Metall ist dessen Stärke. Grund dafür ist, dass je dicker das Metallstück, desto höher ist die Reibung, die beim Zerspanen erzeugt wird. Außerdem ist die entstehende Hitze von der Geschwindigkeit abhängig, mit der die Klinge in das Werkstück eindringt.

Werden dünne Bleche mit einer Blechschere bearbeitet, ist kaum eine Erwärmung am Material festzustellen. Wird statt der Blechschere aber ein Winkelschleifer mit einer Trennscheibe für Metall eingesetzt, ist die entstehende Reibungshitze leicht fühl- und messbar. Mitunter entsteht bei dieser Art der Zerspanung bereits eine Verfärbung des Werkstücks aufgrund der hohen Temperatur. Eventuell vorhandene Beschichtungen wie eine Lackierung oder Emaillierung können abplatzen oder in Flammen aufgehen.

Mitunter glüht die Schnittkante aus. Dann kann das Material seine Festigkeit verlieren, oxydieren und abbröckeln. Oder es entstehen feinste, meist sehr scharfe Grate, die oftmals mit haarfeinen Splittern besetzt sind.

Besonders deutlich wird die Veränderung der Materialstruktur bei Edelstahl. Hier kann es passieren, dass der Edelstahl durch die Hitzeeinwirkung seine natürliche Korrosionsbeständigkeit verliert und dann in der Tat beginnt zu rosten. Meist lässt sich dieser Vorgang rückgängig machen, indem das Werkstück vorsichtig nochmals erhitzt und langsam abgekühlt wird.

Bei weichen Metallen wie einem Kupferblech kommt es mitunter dazu, dass das Material schmilzt und glühende Tropfen herabfallen. Dies birgt ein hohes Verletzungsrisiko und es besteht akute Brandgefahr.

Die Materialbeschaffenheit beeinflusst die Werkzeugwahl

Der Härtegrad des Werkstücks ist ein entscheidender Faktor bei der Wahl des passenden Werkzeugs. Willst du ein dünnes Blech aus hochfestem Stahl, sogenanntem Panzerstahl mit einer Blechschere bearbeiten, wirst das Werkzeug ruinieren und das Blech nicht zuschneiden können.

Werkzeugwahl Materialbeschaffenheit

Die Materialbeschaffenheit spielt eine Rolle bei der Werkzeugwahl. Vor allem der Härtegrad des Werkstücks ist ein entscheidender Faktor bei der Wahl des passenden Werkzeugs.

Bei weichen Metallen wie Kupfer oder einfachen Blechen oder bei spröden Metallen wie Aluminium ist die Blechschere bei geringer Materialstärke vorteilhaft. Bei dickeren Werkstücken bietet sich eine Metallsäge an, weil diese deutlich weniger Reibungshitze als die Trennscheibe auf einem Winkelschleifer erzeugt. Zudem hast du bei vielen Sägemodellen die Möglichkeit, ein Schmierkühlmittel einzusetzen. So wird die Schnittstelle und die Klinge der Säge gekühlt, geschont, Funkenflug wird wirksam unterbunden und es sind sehr präzise Schnitte möglich. Dies gilt insbesondere, wenn du eine Kreissäge oder Bandsäge einsetzt, weil diese oftmals mit einer Flüssigkeitskühlung für die Metallbearbeitung ergänzt werden können.

Bei widerstandsfähigen Materialien wie gehärtetem Stahl stellt sich die Frage, wie präzise der Schnitt sein muss. Wird das Werkstück gekürzt, um es anschließend mit einem anderen zu verschweißen, sind die Toleranzen deutlich größer als bei einem Teil, welches passgenau eingefügt werden muss. Generell gilt, dass bei derartigen Werkstücken eine Diamantscheibe auf dem Winkelschleifer einzusetzen ist, auf einer Säge ein Diamantsägeblatt.

Beim Arbeiten mit der Flex musst du Vorkehrungen gegen den erheblichen Funkenflug treffen. Die Schutzkleidung zur Metallbearbeitung, bestehend zumindest aus Schutzbrille, Handschuhen, hitzebeständiger Oberbekleidung, Kopfbedeckung und Schuhen, ist sowieso bei allen Metallarbeiten immer eine Selbstverständlichkeit.

Sägegeschwindigkeit

Beim Arbeiten mit der Flex ist ein erheblichen Funkenflug meist vorprogrammiert. Die Schutzkleidung zur Metallbearbeitung, sollte bestenfalls aus Schutzbrille, Handschuhen, hitzebeständiger Oberbekleidung, Kopfbedeckung und Schuhen bestehen.

Die Sägegeschwindigkeit des Werkzeugs beachten

Ein Winkelschleifer mit 3.000 U/min und mehr erzeugt eine erheblich höhere Reibung als eine Bandsäge, die mit nur 200 U/min arbeitet.

Die Vorteile des Winkelschleifers sind:

✅hohe Arbeitsgeschwindigkeit.

✅mobiles Arbeiten ist möglich.

✅Werkstücke mit größerer Materialstärke lassen sich bearbeiten.

 

Die Nachteile beim Winkelschleifer sind:

❌Erzeugt extrem viel Reibung und damit Hitze.

❌heftiger Funkenflug ist wahrscheinlich.

❌es werden scharfe Grate und Metallsplitter produziert.

❌nur mit sehr viel Übung lassen sich präzise, grade Schnitte ausführen.

❌in der Regel ist eine Nachbearbeitung der Schnittkanten notwendig.

 

Dem gegenüber bietet die Säge diese Vorteile:

✅präzise Schnitte können ausgeführt werden.

✅eine externe Kühlung schont Material und Klinge.

✅wenig oder kein Funkenflug.

✅keine temperaturbedingte Verfärbung oder Verformung des Werkstücks.

 

Nachteile der Metallsäge sind:

❌das Zerspanen von Metallen nimmt viel Zeit in Anspruch.

❌nicht mit jedem Sägetyp ist ortsunabhängiges Arbeiten möglich.

❌zusätzliche Kosten durch den Einsatz von Kühlschmierstoffen.

Die Form des Werkstücks entscheidet über die Werkzeugwahl

Während sich Baustahl mit einem Bolzenschneider, einer Schneidemaschine für Betonstahl oder einem Wasserstrahlschneider kürzen lässt, ist bei einem massiven T-Träger ganz anderes Werkzeug notwendig. Rundrohre oder Vierkantprofile können beispielsweise bei nahezu jedem Durchmesser mit einer Flex bearbeitet werden, du brauchst nur etwas Übung in der Handhabung des Geräts. Mit einer Handkreissäge wird diese Arbeit bereits erheblich schwieriger, weil Freihand kaum derart präzise Kreisschnitte gesetzt werden können. Und beim Kürzen auf der Tischkreissäge begrenzt die Höhe der Klinge den Durchmesser des zu kürzenden Materials.

Metallbearbeitung Werkzeug

Nicht nur die Materialbeschaffenheit, sondern auch die Form des Werkstücks Entscheides über die Auswahl des Werkzeugs.

 

Sicherheit geht vor bei der Metallbearbeitung

In ihrer Not kommen einige Heimwerker auf die fatale Idee, die Schutzblenden an der Säge oder am Winkelschleifer zu entfernen, um einen Rundschnitt bei großen Werkstücken ausführen zu können. Beim Winkelschleifer wird dieser Schritt oft genug gewagt, um die kleiner werdende Trennscheibe bis zum letzten Millimeter auszunutzen. Bring dich nicht in Versuchung. Es gibt stapelweise Unfallberichte, in denen der Verlust des Augenlichts, die Amputation von Gliedmaßen, tiefe Schnittwunden und sogar der Unfalltod von Heimwerkern aufgeführt sind.

Außerdem solltest du beachten:

  • das Werkstück sollte immer fest verankert sein, durch Zwingen, in einem Schraubstock oder durch einen Schweißpunkt.
  • das Tragen der üblichen Schutzbekleidung ist absolute Pflicht.
  • entferne vor Arbeitsbeginn alle leicht brennbaren oder feuergefährlichen Stoffe, Gegenstände und Materialien aus dem Arbeitsbereich.
  • halte den Arbeitsbereich sauber und räume nicht mehr gebrauchtes Werkzeug weg.
  • prüfe vor Arbeitsbeginn immer die Betriebssicherheit deiner Maschinen. Insbesondere die stromführenden Kabel müssten gecheckt werden.
  • Vergewissere dich, dass die Trennscheibe am Winkelschleifer oder die Sägeblätter an deiner Metallsäge weder verformt sind, noch einen Riß oder Abplatzungen aufweisen.

 

Weitere Infos zur Metallbearbeitung:

 

Schlussgedanken zum Thema Metall sägen oder flexen

Es ist nicht gerade eine Gewissensentscheidung, ob du zum Zuschneiden von Metall eine Flex oder eine Säge nutzt. Dennoch ist es wichtig, dass du vor der Arbeit darüber nachdenkst, welche Maschine dir die meisten Vorteile bringt. Dies ist um so bedeutender, willst du eine neue Metallsäge oder einen Winkelschleifer kaufen. Dann kannst du das entsprechende Gerät direkt passend zu den Arbeiten auswählen, die auf deinem Projektzettel stehen.

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