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Natürlicher Rostschutz mit Leinöl und Leinölfirnis 

Über Jahrzehnte war die Bleimennige das Nonplusultra bei der Rostbekämpfung und beim Korrosionsschutz. Das gestiegene Umweltbewusstsein hat diese Rostschutzfarbe ins Abseits gerückt, denn Bleimennige ist hochgradig toxisch und schädlich für die Umwelt. Inzwischen hat sich Leinöl an der Spitze der Rostschutzanstriche etabliert, wobei dieses Naturprodukt bereits zuvor als hervorragender Metallschutz bekannt war. Zudem war Leinölfirnis Bestandteil der Bleimennige und wird zumeist auch der bleifreien Eisenmennige beigemischt. Mittlerweile ist Leinöl pur oder als Firnis Bestandteil zahlreicher Markenprodukte, kann aber auch pur als Korrosionsschutz aufgetragen werden. Wie, das erkläre ich dir in diesem Heimwerker-Report.

 

Biologische Rostbekämpfung mit Leinöl

Leinöl Hausmittel

Leinöl ist neben seiner gesundheitsfördernden Wirkung auch ein geeignet Hausmittel für den Metallschutz.

Als schützender Anstrich auf Metall ist Leinöl ein bewährtes Mittel, insbesondere bei Bauteilen aus Stahl und Eisen. Obendrein ist das Öl aus dem reifen Samen des Flachs ein gesundheitsförderndes Pflanzenöl, welches bevorzugt zum Anrichten von Salaten verwendet wird. Öllein, wie die Pflanze des Flachs (Linum usitatissimum) genannt wird, einhält reichlich Omega-3-Fettsäuren. Das kalt gepresste Leinöl besitzt derart zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit, dass Auszüge daraus pharmazeutisch in verschiedenen Medikamenten enthalten sind.

 

Das solltest du unbedingt über Leinöl wissen

Nachteile von reinem Leinöl sind vor allem die relativ kurze Haltbarkeit, die mitunter bei weniger als 6 Monaten liegt. Außerdem muss das Öl luftdicht verschlossen an einem dunklen, kühlen aber nicht kaltem Ort aufbewahrt werden. Leinöl kann in seltenen Fällen eine Allergie auslösen.

Wichtigster Haken am Leinöl ist aber seine Neigung zur Selbstentzündung. Wird pures Leinöl zerstäubt, beispielsweise mit einem Farbsprühsystem oder ein mit Leinöl getränkter Lappen liegt in der Sonne oder einem warmen Ort, kann ohne weiteres Zutun ein Feuer ausbrechen.

 

Leinöl und Leinölfirnis

Leinöl ist als 100%-iges Naturprodukt relativ dünnflüssig. Wird ein Schutzanstrich auf Metall mit Leinöl ausgeführt, tropft wegen der geringen Konsistenz ein beachtlicher Teil des Öls vom Bauteil. Dies ist für die Umwelt unbedenklich, denn Leinöl ist vollkommen ungiftig, nicht umweltschädlich und als Lebensmittel zugelassen. Allerdings verringert sich die Ergiebigkeit, weil mit einem Liter Leinöl weniger Fläche gestrichen werden kann, als eigentlich möglich wären.

Eine Alternative ist Leinölfirnis. Dazu nimmst du handelsübliches Leinöl und kochst dieses auf kleiner Flamme für rund 2 Stunden. Danach muss das Öl abkühlen und dabei das enthaltene Wasser ausdampfen können. Deshalb sollte kein Deckel den Topf verschließen. Diese Prozedur wiederholst du täglich und so lange, bis die Leinölfirnis die von dir gewünschte Konsistenz vorweist. Zwar reduziert sich durch das Aufkochen das Volumen, allerdings benötigst du deutlich weniger Firnis im Vergleich zum reinen Öl. Durch die erheblich verbesserte Haftbarkeit geht zudem kaum Öl beim Anstreichen durch herabfallende Tropfen verloren.

Metallschutzeigenschaften Leinöl Leinölfirnis

Leinöl ist nicht nur ein geeigneter Schutzanstrich auf Metall, es ist zudem auch ein 100%-iges Naturprodukt und für die Umwelt unbedenklich.

 

Die Metallschutzeigenschaften von Leinöl und Leinölfirnis

Bereits das reine Leinöl besitzt recht gute Hafteigenschaften, die bei der Leinölfirnis noch besser sind. Beide Produkte sind in der Lage, jegliche Feuchtigkeit von der Metalloberfläche zu verdrängen, weshalb sogar ein Anstrich auf verrosteten Bauteilen möglich ist, ohne dass diese zuvor vom Rost befreit werden müssen.

Hier findest Du Tipps, wie Du von verschiedenen Bauteilen Rost entfernen kannst;

Nachteil beim Leinöl ist die lange Trocknungszeit. Es kann je nach Witterung und Temperatur bis zu 15 Tage dauern, bis der Anstrich handtrocken und dann auch überstreichbar ist. Nach rund 30 Tagen ist die Leinölschicht ausgehärtet. Die Oberfläche ist rau sowie hart und gegen mechanische Einwirkungen sehr widerstandsfähig. Auch Salze können einer ausgehärteten Schutzschicht mit Leinöl oder Leinölfirnis kaum etwas anhaben, weshalb das Naturprodukt beim Unterbodenschutz von Fahrzeugen eine große Rolle spielt. Überdies ist der Schutzanstrich mit Leinöl extrem lange haltbar. Je nach Beanspruchung kann es bis zu 10 Jahre dauern, bis der Metallschutz mit Leinöl erneuert werden muss.

 

Leinöl in Markenprodukten

Siehst du dir einen Vergleichstest von Rostschutzfarben an, wirst du feststellen, dass die Spitzenprodukte fast immer Leinöl enthalten. Auch in ölhaltigen Metalllackierungen gehört Leinöl zu den häufigsten Komponenten.

Wahrscheinlich wird dir auch auffallen, dass es erhebliche Preisunterschiede bei den Markenprodukten gibt. Vor allem dann, wenn du selbst den Vergleich anstellst, wie viele Quadratmeter mit einem Produkt gestrichen werden können. Einige Rostschutzfarben schlagen mit etwa 1 Euro je Quadratmeter zu Buche. Es gibt aber auch Korrosionsschutzfarben, bei denen wirst du je Quadratmeter mit bis zu 5 Euro zur Kasse gebeten. Erstaunlich ist dabei, dass die teuersten Rostschutzfarben in diesen Tests selten den besten Metallschutz bewirken.

Leinöl und Leinölfirnis

Mit Leinöl und Leinölfirnis steht dir ein natürlicher Metallschutz zur Verfügung mit dem Du mit etwas Geduld Rost bekämpfen kannst.

 

Schlussgedanken zum Thema Leinöl als Metallschutz

Willst du dir die Arbeit machen, kannst du Leinöl preiswert kaufen und entweder direkt verarbeiten oder vorher zur Firnis aufkochen. Dann steht dir ein natürlicher Metallschutz zur Verfügung, mit dem du mit etwas Geduld dem Rost den Kampf ansagen kannst. Zudem nutzt du ein rein biologisches Mittel, welches der Umwelt oder deiner Gesundheit keinen Schaden zufügt. Als Alternative stehen dir diverse Markenprodukte auf Basis von Leinöl oder Leinölfirnis zur Auswahl, darunter auch preiswerte und zugleich effektive Rostschutzfarben

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