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MAG Schweißen ⁉

Zwei metallische Teile des gleichen Werkstoffes werden durch einen Lichtbogen in der Schweißzone örtlich zum Schmelzen gebracht und bei kontinuierlicher Zuführung eines Zusatzwerkstoffes durch eine Schweißnaht zu einem Bauteil fest verbunden. Durch die beim Metall-Lichtbogenschweißen zwangsläufig entstehende, extrem hohe Temperatur werden auch automatisch chemische Reaktionsabläufe, besonders mit dem Luftsauerstoff begünstigt. Solche Oxidationen sind jedoch in der Regel unerwünscht. Vor Rost sollte man sich definitiv in Schutz nehmen. Dies ist auch die Erklärung dafür, warum sie durch geeignete Zusatzmaßnahmen möglichst ganz vermieden werden müssen.

Wie geht MAG Schweißen?

Beim MAG Schweißverfahren (Metall-Aktivgas-Schweißen) wird durch Zuführung von Schweißgas der vorhandene Luftsauerstoff von der Schweißzone verdrängt. Wenn als Schutzgas wird hierbei CO2 verwendet wird, spricht man von MAGC-Schweißen. Eine weitere Variante beinhaltet jedoch die Verwendung von CO2, Ar und O2 als Mischgase. Das Verfahren nennt sich dann MAGM-Schweißen. Das MAG Schweißen ist gekennzeichnet durch den Schweißgleichrichter als Energiezufuhr, einer vorhandenen Zuführung eines Schweißdrahtes von 0,6 bis 2,4 mm Drahtdurchmesser auf einer Drahtrolle und einer Gasversorgung durch das Schutzgas.

Optional kann auch noch eine Kühlungseinrichtung mit integriert sein. Alle diese Komponenten werden in einem Schlauchpaket zusammengefasst und zum Brenner geführt. Der Schweißgleichrichter sorgt beim MAG-Schweißen für einen konstanten, gepulsten (modulierten) Gleichstrom, wie er bei diesem Verfahren erforderlich ist. Wenn der Brennerschalter am Handgriff betätigt wird, erfolgt bei korrektem Abstand des Schweißdrahtes zur Schweißzone die Zündung des Lichtbogens. Der Drahtvorschub schaltet sich automatisch ein und führt den Schweißdraht mit der eingestellten Geschwindigkeit kontinuierlich der Schweißzone zu. Ein wesentlicher Charakterzug beim MAG-Schweißen ist ein weiter Einstellbereich. Der Arbeitspunkt wird dabei nicht über die Stromstärke eingestellt, sondern durch Auswahl einer Spannungskennlinie am Spannungsschalter in Verbindung mit der hierzu passenden Geschwindigkeit des Drahtvorschubes.

Weitere Arbeitspunkte lassen sich durch eine Anpassung des Drahtvorschubes an die entsprechende Spannungskennlinie einstellen. Auf diese Weise kann ein brauchbares Arbeitsfeld zusammen mit den zulässigen Abweichungen angegeben werden. Der Werkstoffübergang beim Schweißen wird wesentlich durch die Lage des Arbeitspunktes und das verwendete Schutzgas bestimmt. Beim Schutzgasschweißen mit abschmelzender Elektrode hat die Stromquelle eine nahezu Konstantspannungs-Charakteristik in der Weise Spannung=Stromstärke * Widerstand. Das MAG-Schweißen ist besonders geeignet zum Schweißen von unlegierten und niedriglegierten Baustählen. In der Praxis wird es beim Bau von Kraftfahrzeugen, Behältern und Rohrleitungen, sowie im Maschinenbau und auch im Schiffsbau angewendet. Wegen der geringen Verformungen wird das Verfahren auch zum Schweißen von Dünnblech ab 0,6 mm Stärke verwendet.

Schweißer beim Mag Schweißen

Vorteile beim MAG Schweißverfahren

  • hohe Qualität der Schweißung bei fachgerechter Ausführung
  • große Wirtschaftlichkeit
  • gute Mechanisierbarkeit

Die gute Mechanisierbarkeit beim MAG Schweißen verhilft diesem Verfahren durch mögliche Automation zu einer großen Wirtschaftlichkeit. Verbunden mit dieser Automation ist auch eine Steigerung der Qualität der Schweißarbeit, da die maßgeblichen Parameter optimal eingestellt werden können. Der erfahrene Schweißfacharbeiter kann die richtige Lichtbogeneinstellung am Geräusch erkennen. Der Kurzlichtbogen entsteht im Kurzschlussbereich bei geringen Drahtvorschubwerten. Man verwendet ihn für dünnwandige Bleche. Der Langlichtbogen führt zu einer grobtropfigen Werkstoffübertragung und kommt nur beim Schutzgas CO2 vor.

Nachteile MAG Schweißen

  • Schweißer benötigen eine spezielle Ausbildung
  • Empfindlichkeit des Schutzgasmantels gegen Luftzug (Schweißfehler möglich, besonders Poren)
  • eingeschränkte Mobilität durch erforderliche Schutzgasflasche

Das Schweißgerät kann nur unter erheblichem Aufwand transportiert werden, da auch immer ein Flaschenvorrat Aktivgase mitgeführt werden muss. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass eine MAG Schweißanlage oft nur stationär eingesetzt werden kann. Die besondere Anfälligkeit der noch glühenden Schweißzone gegen Oxidationen mit dem Luftsauerstoff macht Vorsichtsmaßnahmen gegen Luftzug notwendig.

Fazit

Das MAG Schweissen hat sich zur wirtschaftlichen Fertigung unter den Lichtbogenschweißverfahren als Untergruppierung der Fügetechnik durch seine Vorzüge bewährt. Da man mit diesem Verfahren auch Aluminium schweißen kann und dabei hohe Abschmelzleistungen und Schweißgeschwindigkeiten erzielt, ist diese Technik auch von der Fertigungskostenseite klar im Vorteil. Das MAG Schweißen ist heutzutage neben dem MIG Schweißen und dem WIG Schweißen nicht mehr wegzudenken.

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